Der mit dem Wolf tanzt – Blogbuster 2017

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Die Würfel sind gefallen – meine Wahl für die Blogbuster-Longlist steht. Ins Rennen schicke ich die »Polareule« von Micaela Daschek. Nun bin ich gespannt, ob sich mein Favorit gegen die Manuskripte der anderen Literaturblogger durchsetzen kann und dann im Tropen Verlag erscheint.

Zum ersten Mal werde ich zum Lektor. Ganz ehrlich, diese Arbeit verdient Respekt. Nadel im Heuhaufen suchen, das trifft es. Viele eingereichte Leseproben sind mir zu abgedreht und langweilen mich. Andere wecken mein Interesse nicht, was am Thema liegt. Bereits nach den ersten Zeilen urteile ich. Ich hasse zum Beispiel Sätze, die auffällig wirr oder verschachtelt geschrieben sind. Ich verabscheue Sätze, die immer länger, länger und l ä n g e r werden. Und ich mag keine Nomen, die auf -ung oder -keit enden, obwohl das natürlich manchmal nicht zu vermeiden ist.

Bei der »Polareule« habe ich Glück, die Sprache scheint anders zu sein und trifft meinen Geschmack. Anfangs tappe ich noch im Dunkeln, als die Autorin eine Gegend im Polarkreis und eine Person in Haft beschreibt. Ein wenig später wechselt Micaela Daschek die Zeit, erzählt von einem Sommer im Jahr 1974 – ich will mehr wissen. Wie verbindet sie die Gegenwart mit der Vergangenheit? Was ist da alles vorgefallen und was haben diese Wölfe in den nahezu unendlichen und unberührten Weiten der Taiga damit zu tun?

Dieses Werk handelt insofern von der Natur und Abenteuern, von Repressionen und Unfairness, von Unverständnis und Liebe. Ganz schön optimistisch, all das auf nur 140 Seiten zu verpacken, oder? Richtig! Mein Favorit ist keineswegs perfekt und müsste eigentlich noch etwa 50 bis 100 Seiten zulegen, um Schwächen zu kaschieren oder die Spannungskurven besser aufzubauen. Jetzt kommt das große Aber … Ich habe sehr, sehr viele Passagen gefunden, die Mainstream-Werken oder Büchern, die in Publikumsverlagen veröffentlicht werden, deutlich voraus sind. Gewiss muss noch etwas Arbeit in dieses Buch investiert werden – Potential hat es zweifelsohne. Ob die Jury das am Ende genauso sieht?

→ Foto: The Shared Experience

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8 thoughts on “Der mit dem Wolf tanzt – Blogbuster 2017

  1. Pingback: Mein Blogbuster-Kandidat: Helmut Pöll „Die Krimfahrt“ – Zeichen & Zeiten

    • Ich mag keine Nomen, die aus Adjektiven gebildet werden, sprich auf -ung oder -heit enden. Kann man natürlich nicht komplett vermeiden … 😉

      • Ja. Aber warum denn nicht? Und was ist mit dem Obdachlosen oder dem Fremden, die auch beide aus Adjektiven gebildet wurden – freilich ohne „-ung“ oder „-heit“? Magst du einfach den Klang dieser Suffixe nicht, oder was ist es? Den Grund deiner Abneigung verstehe ich nicht.

      • Ich muss hin und wieder bürokratische Texte lesen, diese sind vollgestopft mit genau diesen Suffixen. Den Sinn hinter den dortigen Aussagen muss man erst mal verstehen … Ergo, ordne ich diese Vorgehensweise eher dem bürokratischen Stil zu. Falls Interesse besteht, einfach mal kommunalpolitische Unterlagen betrachten. Vielleicht wird dann meine AbneigUNG deutlicher. 🙂 Ich bin überzeugt, dass sich bei vielen Wörtern mit „-ung“ oder „-heit“ andere Synonyme finden lassen.

  2. Pingback: Longlistautor Nr. 4: Micaela Daschek – Blogbuster

  3. Pingback: Portrait Micaela Daschek – Blogbuster

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